Aktiv werden: Fit fürs Büro


 

Sport ist der optimale Ausgleich für Stress im Büro. Aber Vorsicht: Wer dabei nicht die Balance findet, kommt nicht weiter. Als Trainingsweltmeister schadet man seinem Körper. Moderate, regelmäßige Bewegung an frischer Luft ist angesagt. Gymnastik stärkt Rücken und Bauch.

Von Yvonne Wagner

Kennen Sie das? Im Rücken zwickt´s, der Kopf schmerzt, der Nacken ist verspannt – so richtig wohl, fühlt man sich schon lange nicht mehr. Und das, obwohl man seinen Lebenswandel in den letzten Jahren nicht groß geändert hat. Die körperlichen Probleme von denen man heute betroffen ist, kannte man früher nur von älteren Kollegen. Ein mitleidiges Lächeln hatte man dafür übrig, mehr nicht.

Auch für Sportmuffel

Wer sich heute selbst in dieser Situation befindet, muss dennoch nicht verzagen. Es gibt nämlich ein ganz einfaches Patentrezept für die meisten Zipperlein des Alltags. Und das heißt: Bewegung. “Ja, das weiß doch jeder, aber wann soll ich noch Sport machen – bei der vielen Arbeit?”, ist eine der häufigsten Ausreden für Bewegungsmangel. Dabei geht es gar nicht immer darum sich stundenlang im Wald die Hacken abzulaufen, auch Sportmuffel können mit kleinen Mitteln ihre Beschwerden lindern.

Mehr Bewegung heißt zunächst einfach nur, mehr Wege zu gehen oder seine Körperhaltung öfter zu wechseln. Intensive Arbeitsphasen in einer bestimmten Position, etwa beim Sitzen am PC, sollten nach 30 Minuten kurz unterbrochen werden, Mitteilungen an die Kollegen im Nachbarbüro könnten grundsätzlich persönlich erfolgen – nicht per Telefon oder per Email. Generell empfiehlt es sich, für ein, zwei oder mehr Stockwerke, über das Treppenhaus zu gehen und den Aufzug nur gelegentlich zu benutzen. Etwas Stretching zwischendurch entspannt und ermöglicht zugleich eine kleine Gedankenpause.

Entspannung statt Verspannung

Jede Art von Bewegung hilft, Verspannungen in der Muskulatur zu lösen, regt die Durchblutung an und versorgt Muskeln und Gehirn besser mit Sauerstoff. Die Schmerzen, die uns einschränken, kommen in den meisten Fällen durch die einseitigen Belastungen des Alltags: Häufiges Sitzen, langes Stehen, Fehlhaltungen, falsches Heben oder Tragen. Einzelne Muskeln sind schlaff, andere sind durch extreme Beanspruchung verkürzt und verspannt. Insgesamt ist die Muskulatur bei vielen Menschen zu schwach ausgeprägt.

Der Körper ist indes darauf ausgerichtet vielseitig und ganzheitlich gefordert zu werden. Fehlt dies, treten Beschwerden auf, die durchaus mit einem Bandscheibenvorfall enden können. Mehr Bewegung im Büro ist somit der erste Schritt auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden. Vielleicht schafft man es dann, nach den ersten Entspannungsgefühlen, sich doch noch zu ein wenig Sport aufzuraffen. Wie sieht es aus mit Betriebsportgruppen? Gibt es ein Angebot? Trifft man auf nette Kollegen?

Langsames Training ist richtiges Training

In Gesellschaft trainiert es sich meist angenehmer und die Zeit vergeht schneller. Außerdem erkennt man, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist. Wer allerdings lieber alleine aktiv sein will, probiert es vielleicht einmal mit Walking. Es ist die sanfte Alternative zum Joggen und erspart Einsteigern frustrierende Erlebnisse. Beim Walken wird der gesamte Körper beansprucht. Der bekannte Bewegungsablauf erleichtert es sich darauf zu konzentrieren, dass der Bauch angespannt ist und somit einem übermäßigen Hohlkreuz entgegenwirkt. Die fehlende Gegenspannung einer schwach ausgebildeten Bauchmuskulatur, ist nämlich eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen nach dem Joggen. Zudem muss der Körper beim Walken nicht abgefedert werden und die Kniebelastung ist so geringer.

Gerade wenn man bisher keinen Sport getrieben hat, ist es wichtig seinen Körper langsam an die Belastungen zu gewöhnen. Denn auch die Muskulatur sollte für höhere Ansprüche zuvor aufgebaut worden sein. Wer im Beruf fit bleiben und seine Karriere im Auge behalten will unterstützt dies durch ein regelmäßiges Ausdauertraining. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass durch Bewegung Stresshormone abgebaut werden. Außerdem stärkt man als Einsteiger schon mit zwei Walkingeinheiten pro Woche à 30 Minuten sein Immunsystem. So beugt man Infekten vor und wirkt Fehlzeiten entgegen, denn die Immunzellen beginnen während des Laufs verstärkt zu zirkulieren und verbreiten sich im ganzen Körper. Dieser Zustand bleibt nach dem Ausdauertraining über einige Stunden erhalten, der Körper ist abwehrbereit.

Überforderung ist unangenehm

Wenn das Training so gestaltet ist, dass man sich dabei noch unterhalten könnte, ist auch die richtige Intensität gefunden. Dann heißt es nur noch dem Muskelkater vorbeugen und am ersten Trainingstag nicht zuviel von sich zu verlangen, sonst geht es mit der Lust zum Sport schnell wieder bergab. Vor allem wenn wir ungewohnte Bewegungen ausführen oder die Muskeln überfordern, führen kleinste Verletzungen im Gewebe und der darauf folgende Heilungsprozess zu den bekannten Schmerzen. Das Ganze ist zwar ungefährlich, aber unangenehm. Es ist viel schöner von den positiven Aspekten des Sports zu profitieren.

 

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